Das goldene Ding


1971

Produktionsdaten
 

 Regie

 Edgar Reitz
 Ula Stöckl
 Alf Brustellin

 Nicos Perakis

 Script  Hannelore von Sternberg

 Drehbuch

 Edgar Reitz
 Ula Stöckl
 Alf Brustellin
 Nicos Perakis

 Kamera

 Edgar Reitz

  Kamera-Assistenz  Christoph Brandt

 Ausstattung

 Nicos Perakis
 Peter Tschaikner (Assistenz)
 Toni Lüdi (Assistenz)

Kostüme

 Regine Bätz

 Schnitt

 Hannelore von Sternberg
  Schnitt-Assistenz  Ina Berlet

 Ton

 Hans Walter Kramski 

 Musik

 Nikos Mamangakis 

 Gesang

 Maria Farantouri

 Weiterer Titel

 Das goldene Ding (Originaltitel, DE)

 Produktionsfirma

 Edgar Reitz Filmproduktion (München)
 Westdeutscher Rundfunk (WDR) (Köln) 

 Produzent

 Edgar Reitz

Redaktion

 Joachim von Mengershausen 
Aufnahmeleitung  Werner Egger
 Martin Häussler 

    

 

 Format

 35mm

 Bild/Ton

 Farbe, Ton 

 Länge

 3237 m, 118 min.

 Prüfung/Zensur  FSK-Prüfung: ab 12 Jahre / feiertagsfrei:
 Nr. 44200, 30-November-71
Erstaufführung  ARD 11-Januar-72
 Darsteller

 Christian Reitz
 Oliver Jovine
 Konstantin Sautier
 Hermann Haberer
 Wolfgang Heinz
 Klaus Kayser 
 Michael Heinz
 Christian Stein
 Ramin Vahabzadeh
 Michael Jeron
 Mario Zöllner
 Alf Brustellin
 Angela Elsner
 Reinhard Hauff
 Erich Beth
 Hans Heinrich Brustellin
 Waki Zöllner
 Ute Ellin
 Oskar von Schab
 Colombe Smith
 Thomas Haberfellner
 Wolfgang Bächler
 Antje Ellermann 

Festivalbeteiligung
2. Internationales Forum des Jungen Films 1972
Werkschau, Arsenal, Berlin 1995

DAS GOLDENE DING

Der Film spielt zu einer Zeit, als die Menschen noch Kinder waren (und die Kinder
Menschen) und alle nur eines wollten: Das goldene Ding.
Der elfjährige Jason und mit ihm Herakles, Castor und Pollux, Orpheus und andere Königssöhne Griechenlands gehen mit der Argo, ihrem Schiff, auf Schatzsuche. Ihre erste Station ist die Insel der Dolionen, deren Bewohner sie infolge eines Mißverständnisses töten. Nach dieser Katastrophe gelangen die Argonauten zur Insel Lemnos, die nur von Frauen bewohnt wird. Sie erkunden das Geheimnis der Insel und seiner Bewohnerinnen. Dann kommen sie zu den Symplegaden, zwei schwimmenden Felsen, die vor einer Meeresenge mit wechselnden Strömungen liegen. Mit Verstand und Erfindungsgabe gelingt ihnen die Durchfahrt. Schließlich haben sie das sagenhafte Land Kolchis erreicht Medea, die mächtige Königstochter, verliebt sich in Jason, hilft ihm im Kampf um das goldene Vlies. Verfolgt von den wütenden Kolchern flüchten sie und die Argonauten über das Meer.

Im Gegensatz zur überlieferten Sage überwinden die Argonauten hier Gefahren nicht aufgrund ihres heldenhaften Mutes oder der Unterstützung der Götter, sondern durch Vernunft. Die göttlichen Mächte sind logisch erklärbar und die Argonauten gelangen ans Ziel, weil sie ihren naturwissenschaftlich geschulten Verstand anwenden und nichts den Göttern überlassen.

   

  

Weil dem Filmteam Edgar Reitz, Ula Stöckl, Alf Brustellin und Nicos Perakis daran lag, die altgriechische Argonautensage dem Fernseher und Kinogänger so nahezubringen, dass er sie versteht und sich auch unterhalten fühlt, drehten sie in einjähriger Arbeit den Film DAS GOLDENE DING.
Schon im Titel, der das sagenumwobene Goldene Vlies im Lande Kolchis als „Ding“ popularisiert, kommt dieses Bestreben zum Ausdruck. Freilich wollten die Filmerzeuger weder die Sage auf Pop oder Cartoon-Niveau drücken, noch verflachen, sondern vielmehr nach intensiven Quellenstudien, verständlich, spannend und nach neu gewonnenen Erkenntnissen entmystifiziert aufbereiten.
„Wir wälzten ganze Bibliotheken”, berichtet Ula Stöckl, „stützten uns hauptsächlich auf Quellen aus J. J. Bachofens Mutterrecht, Hermann Fränkels Noten zu den Argonautika des Apollonios und Apollonios selbst. Sie festigten unsere Annahme, daß es sich bei den meisten antiken Helden tatsächlich um Kinder gehandelt haben muß. Die Mehrzahl von ihnen hatte ihre Hauptheldentaten bereits mit 15, 16 Jahren hinter sich; Theseus beispielsweise, der bei uns nicht vorkommt, hat im Alter von 15 den Minotaurus getötet.”